Erdgas tanken im Langstreckentest: Ohne einen Tropfen Sprit durch Deutschland

Von Frankfurt (Oder) nach Frankreich, von Bautzen nach Bozen und vom Bodden zum Bodensee – drei Redakteure der Zeitschrift „AUTOStraßenverkehr“ begaben sich auf große Fahrt mit Erdgasautos. Sie wollten wissen:

Gibt es genügend Zapfsäulen? Sind die Fahrzeugtanks groß genug für lange Reisen mit Gas? Nachfolgend eine Zusammenfassung ihrer Erfahrungen.

Fast 1.200 Kilometer hatte Markus Schönfeld, Redakteur der Zeitschrift „AUTOStraßenverkehr“, vor sich, als er am Kap Arkona auf Rügen in den Fiat Panda Natural Power stieg. Mit dem kleinsten Erdgasauto auf dem Markt ging es von der Ostseeküste und dem Jasmunder Bodden über Berlin, Leipzig und Nürnberg bis an den Bodensee – und das, ohne einen Tropfen Benzin zu verbrauchen. Dank der 13 Kilogramm fassenden Erdgasflaschen und einem Durchschnittsverbrauch von 4,9 Kilogramm pro 100 Tour-Kilometer reichte der Vorrat für gut 250 Kilometer. „Ansonsten“, ist sein Fahrer überzeugt, „bringt der kantige Viersitzer gute Voraussetzungen für die Tour mit: wenig Gewicht, verhältnismäßig viel Platz und ein komfortables Fahrwerk“. Nach genau 1.111 Kilometern und 47,16 Euro Kraftstoffkosten endete das Experiment im Hafen von Lindau erfolgreich – ohne einen Tropfen Benzin.

Dass nicht nur Taxifahrer den siebensitzigen Opel Zafira 1.6 CNG schätzen, war Andreas Leue bekannt. Ob der Erdgas-Opel auch für die Tour von Frankfurt (Oder) nach Frankreich taugt, das wollte der „AUTO“-Redakteur genau wissen. Obwohl eine herausgerissene Erdgaszapfsäule in Duisburg und eine nicht für jedermann verfügbare Erdgastankstelle im französischen Valenciennes, dem Wendepunkt der Tour, die sorgfältige Routenplanung des Erdgas-Piloten etwas durcheinander brachten, erzielte Leue ein positives Ergebnis: Seine Kraftstoffrechnung betrug nach 1.235 Kilometern 84,83 Euro. Damit habe er im Vergleich zu Benzin 30 bis 50 Prozent der Spritkosten gespart.

Sein „AUTO“-Kollege Frank B. Meyer hatte sich die Route Bautzen-Bozen vorgenommen. Auch er wollte die 869 Kilometer lange Strecke im reinen Erdgasbetrieb bewältigen – in einem Mercedes 200E NGT. Die Chancen standen gut. Schließlich verließ sich der Erdgasfahrer auch auf den Routenplaner unter www.erdgasfahrzeuge.de. Am nächsten Morgen in Bozen angekommen, rechnete Meyer nach: Trotz der zwei „selbst verschuldeten Benzin-Etappen“ aufgrund der falsch eingeschätzten Reichweite seiner Limousine sei er für rund 50 Euro Spritkosten von Sachsen nach Italien gekommen. Die Bilanz des
Journalisten: „Ausschließlich mit Benzin wäre es doppelt so teuer geworden. Na bitte!“


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