Stadtwerke investieren in die Netze
Umfangreiche Sanierung braucht seine Zeit / Störungen im August
Die großen Hauptverkehrsstraßen sind nicht nur eine wichtige Verbindung für Auto- und Radfahrer sowie Fußgänger, sie haben auch eine große Bedeutung für die Ver- und Entsorgungsleitungen unterschiedlichster Art. Neben Strom-, Erdgas-, Trink-, Abwasser- und Regenwasserleitungen verlaufen unter der Erde auch die Kabel für Kommunikationsanlagen, wie der Telekom, und auch von Steuerkabeln, zur Steuerung und Regelung von Anlagen. Während in der Bördestraße die planmäßige und umfassende Erneuerung der Versorgungsleitungen für Strom, Erdgas und Trinkwasser von den Stadtwerken der Anlass für die umfangreiche Baumaßnahme war, so kam der Anstoß für die neue Baustelle in der Bremer Straße von der EWE AG aus Oldenburg. Im Interesse der Anwohner und Verkehrsteilnehmer nutzten die Stadtwerke ganz kurzfristig die Gelegenheit für eine Baubeteiligung, um eine neue Belastung zu einem späteren Zeitpunkt zu verhindern.
Von der Börde- in die Findorffstraße
Seit Ende Mai dauern bereits die Verkehrsbehinderungen im Bereich der Bördestraße an. Abschnittweise ging es von der Kreuzung „Heidkampstraße“ bis zur Straße „Hinter dem Bach“ voran. Umleitungen, besonders für Schwerlastfahrzeuge, wurden entsprechend ausgeschildert. Teilweise regelten Baustellenampeln den Verkehr. Nächste Woche soll alles fertig sein. Dann zieht die Baustellen-Kolonne weiter in die Findorffstraße. Voraussichtlich bis etwa Mitte Oktober gibt es in dem Bereich eine Ampelregelung. Auch hier werden zuerst die Netzleitungen in voller Länge verlegt und anschließend werden, soweit technisch erforderlich, die Hausanschlüsse erneuert.
Die Erneuerung der Versorgungsleitungen für Strom, Erdgas und Trinkwasser fördern die Versorgungssicherheit und erhöhen die Versorgungsqualität in Osterholz-Scharmbeck. Die Stadtwerke und das ausführende Bauunternehmen Stehnke bemühen sich ständig darum, dass die Beeinträchtigungen durch Fahrbahnverengungen, Baustellenampeln und Verschmutzungen so gering wie möglich ausfallen. Die Störungen bei so umfangreichen Baumaßnahmen dieser Art seien für die Anwohner und die Verkehrsteilnehmer sehr bedauerlich, aber leider unvermeidlich.
Witterungsstörungen im August
Das die Arbeiten so viel Zeit in Anspruch nehmen, sei in etwa zu erwarten gewesen. Unvorhersehbare Erschwernisse im Boden oder die Witterung können immer wieder zu Verschiebungen im Zeitplan führen. Die starken und anhaltenden Niederschläge im August haben zu einer gewissen Verzögerung geführt. Teilweise konnte witterungsbedingt überhaupt nicht gearbeitet werden, andererseits entstand Mehraufwand durch Unterspülungen, Sandrutsch und abzupumpende Gräben. Baustelle Bremer Straße
Die am 6. September eingerichtete Baustelle in der Bremer Straße traf auch die Stadtwerke Osterholz-Scharmbeck GmbH überraschend. Initiator war die EWE AG aus Oldenburg, die ebenfalls umfassende Leitungsarbeiten durchführt. Die Stadtwerke beteiligten sich kurzfristig an diesem Bauprojekt. Das Alter der vorhandenen Strom-, Erdgas- und Trinkwasserleitungen machte eine jetzige Erneuerung sinnvoll. So können die Stadtwerke in diesem Bereich zukünftige Baustellenbeeinträchtigen vermeiden. Bei Bedarf werden gleich die entsprechenden Hausanschlussleitungen mit erneuert. Die Stadtwerke gewährleisten damit auch hier die Erhaltung der Versorgungssicherheit und steigern gleichzeitig zukunftsorientiert die Versorgungsqualität.
Hintergrund-Informationen
Die Stadtwerke Osterholz-Scharmbeck GmbH setzt bereits seit Ende Mai 2006 ihr bisher größtes Modernisierungsprogramm der Leitungsnetze planmäßig fort. Seit dem Start im Jahr 2004 wurden bereits knapp vier Millionen Euro investiert. Dieses Jahr sind für die notwendigen Erneuerungen weitere 2,7 Millionen Euro angesetzt. Auf einer Strecke von 5.440 Metern werden Erdgas-, Trinkwasser- und Stromleitungen sowie zahlreiche Hausanschlüsse in der Kreisstadt erneuert.
„Damit schaffen wir die Voraussetzungen, dass die Menschen und Unternehmen dieser Stadt auch zukünftig von uns mit Energie und Trinkwasser sicher und zuverlässig versorgt werden.“ erklärt Geschäftsführer Heiner Grotheer. „Das ist für uns ein sehr großer personeller und finanzieller Kraftakt.“ so der Stadtwerkechef. Die Erneuerung gelte gleichzeitig als „kleines Konjunkturprogramm“ und trage zur Sicherung von Arbeitsplätzen in der örtlichen Baubranche mit bei. „Die Arbeiten kommen insgesamt sehr gut voran, teilweise wird von zwei Seiten gleichzeitig gearbeitet.“ lobt Grotheer die beteiligten Firmen und Mitarbeiter.
Die betroffenen Anwohner und Unternehmen werden vor dem Beginn der Arbeiten von den Stadtwerken jeweils schriftlich informiert. In zwölf Teilabschnitten werden insgesamt rund zwölf Kilometer neue Leitungen verlegt. Die Sanierungslänge bei Erdgas beträgt 4.270 Meter, bei Strom 4.100 Meter und bei Trinkwasser 3.380 Meter.
Insgesamt liegen in der Kreisstadt 232 Kilometer Strom-, 176 Kilometer Erdgas- und jeweils 120 Kilometer Trink- und Abwasserleitungen. In den 30er bis 60er Jahren wurden Erdgas- und Trinkwasserleitungen aus Grauguss verlegt, welche bundesweit stärkere „Alterserscheinungen“ zeigen als andere Materialien. Auch bei den jährlichen Überprüfungen des Versorgungsnetzes der Stadtwerke traten in den letzten Jahren verstärkt Komplikationen mit diesem Werkstoff auf. Die Schrittweisen Ausbesserungen im Störungsfall waren jedoch sehr zeit- und kostenintensiv. Deshalb leitete Geschäftsführer Heiner Grotheer im Jahr 2003 das umfangreiche Sanierungsprogramm ein, um in einem Vier-Jahres-Plan alle Leitungen dieses Bautyps flächendeckend auszubessern.
Baustellen-Rabatt für Erdgas-Anschluss
Einige Hausbesitzer von alten Ölheizungen nutzen die Situation, um sich mit einem speziellen Baustellen-Rabatt günstig an das Erdgasnetz anschließen zu lassen.
Verkehrsbehinderungen in den jeweiligen Bauabschnitten lassen sich leider nicht verhindern, aber die Stadtwerke versuchen unvermeidbare Nebenerscheinungen wie Maschinenlärm, Verschmutzungen, Fahrbahnverengungen und sonstige Beeinträchtigungen so gering wie möglich zu halten. Die Baumaßnahmen werden permanent von den Meistern und Ingenieuren der Stadtwerke koordiniert und kontrolliert.
Die Sanierungen werden mit den Bauvorhaben anderer Versorgungsunternehmen zeitlich abgestimmt, um die Anlieger nicht mehrfach mit Baustellen zu belasten. Alle Maßnahmen werden zusammen mit dem Bau- und Ordnungsamt der Stadt Osterholz-Scharmbeck koordiniert.
