Fragen und Antworten zum Thema Erdgas

Top-Ergebnis bei ARD-Preisvergleich / Energie-Beratung nutzen

In Osterholz-Scharmbeck haben sich weit über 70 % der Hausbesitzer für eine Erdgas-Heizung entschieden. Aus der Sicht unseres Unternehmens steht somit die zuverlässige, sichere und wirtschaftliche Belieferung unserer Kunden mit Erdgas im Vordergrund. Dafür unternehmen wir alle Anstrengungen. Zum 1. Juli hatten wir unsere Preise angepasst, zum 1.1.2006 wird eine weitere Steigerung erwartet. Zur Erläuterung dieses umfassenden Themas haben wir einige Fragen und Antworten zusammengestellt.

1. Wie ist die Situation bei uns?
2. Wie haben sich die Gaspreise in den letzten 20 Jahren entwickelt?
3. Was ist die Ölpreisbindung?
4. Ist die Ölpreisbindung sinnvoll?
5. Worin liegt bei der Ölpreisbindung der Verbraucherschutz?
6. Sind Spotmärkte eine Alternative?
7. Wie abhängig ist Deutschland von Erdgasimporten?
8. Warum ist Erdgas als Kraftstoff so günstig?
9. Fazit


1. Wie ist die Situation bei uns?
Die allgemeinen Entwicklungen auf den deutschen und internationalen Energiemärkten können wir natürlich nicht beeinflussen. Es gibt bekanntlich nur begrenzte Ressourcen, wenige Erdgas-Förderländer und nur wenige Importeure. Der Transport erfolgt über unterirdische Leitungen. Dadurch wird der Handlungsspielraum für Unternehmen unserer Größe stark begrenzt.

Trotzdem sind wir als „kleines“ Unternehmen sehr stolz, wenn wir bei bundesweiten Preisvergleichen (wie im aktuellen ARD-Preisvergleich vom Oktober: Platz 10 von 653) als einer der günstigsten Erdgas-Anbieter abschneiden. Für 20.000 kWh zahlen die Kunden bei uns 1.004 € im Jahr. Beim günstigsten Anbieter sind es jährlich nur 38 € (4 %) weniger, dagegen müssen die Kunden in Naumburg jährlich 344 € (34 % !) mehr zahlen.

Und gleichzeitig können sich unsere Kunden auch bei niedrigsten Temperaturen darauf verlassen, dass ihre Heizung mit Erdgas versorgt wird. Gerade in solchen Zeiten erkennt man erst die wahre Zuverlässigkeit der Partner (also der Stadtwerke und seiner Lieferanten), die in anderen Ländern bekanntlich nicht immer eine Selbstverständlichkeit ist. nach oben

2. Wie haben sich die Gaspreise in den letzten 20 Jahren entwickelt?
Zwar ist das Energiepreisniveau derzeit relativ hoch. Aber die Ölpreisbindung ist keine Einbahnstraße nach oben: Verbraucher profitieren bei einem niedrigeren Ölpreisniveau von dann auch wieder niedrigeren Gaspreisen. Diesen Zusammenhang belegt die Tatsache, dass der Gaspreis zwischen 1985 und 2002 um 3 Prozent gesunken ist; während die Inflationsrate in diesem Zeitraum insgesamt rd. 38 % betrug.
Ohne Erdgassteuer, die die Gaspreise im Jahr 2002 in Höhe von 0,3476 Cent/kWh belastete (heute beträgt die Erdgassteuer schon 0,55 Cent/kWh), wäre der Gaspreis zwischen 1985 und 2002 sogar um 16 % gesunken. Die Realisierung solcher Preissenkungen wäre ohne Ölpreisbindung gegenüber den wenigen Produzenten kaum durchsetzbar. nach oben

3. Was ist die Ölpreisbindung?
Die Ölpreisbindung koppelt den Preis für Erdgas zeitverzögert und geglättet an den Preis für Heizöl. Die Ölpreisbindung ist nicht gesetzlich verankert. Sie ist aber auch nicht die „Erfindung deutscher Importeure“, sondern grundlegender Vertragsbestandteil der langfristigen Lieferverträge zwischen den ausländischen Produzenten und deutschen Importeuren.

Derzeit ist nicht zu erkennen, dass sich die Produzenten von der Ölpreisbindung lösen wollen oder dass sich der Wettbewerb zwischen diesen Produzenten – evtl. mit der Folge des Verzichts auf die Ölpreisbindung – verschärft. Eine Abkehr von der Ölbindung wäre für Deutschland nur dann durchsetzbar, wenn Gas langfristig in ausreichender Menge von einer Vielzahl von Produzenten zu Preisen beschafft werden könnte, die unter dem Ölpreisniveau liegen. Dies ist aber nicht absehbar. Einseitig kann sich Deutschland aber nicht von den auf dem europäischen Energiemarkt üblichen Konditionen abkoppeln.

Dies wäre auch nicht sinnvoll, denn die Ölpreisbindung wirkt in beide Richtungen. Sie verhindert, dass Produzenten bei sinkenden Ölpreisen ihre Marktmacht ausspielen und die Gaspreise hoch halten können. Die vertragliche Ölpreisbindung gewährleistet, dass die Gaspreise bei sinkenden Ölpreisen ebenfalls sinken.

In Verträgen, die über Jahrzehnte abgeschlossen werden, können keine konkreten Preise festgeschrieben werden, da sie sich flexibel an der jeweiligen Wettbewerbssituation im Markt orientieren müssen. Daher nutzen die Langfristverträge Preisformeln, die sich an den wichtigsten Konkurrenzenergien im Markt orientieren. In den meisten EU-Mitgliedstaaten ist Heizöl die maßgebliche „energetische Leitwährung“. Die Marktpreisbildung von Heizöl als Basis für die Preisbildung bei Erdgas zieht sich also nicht nur in Deutschland durch alle Handelsstufen vom Produzenten bis zum Endverbraucher.

Die langfristigen Lieferverträge zwischen Produzenten und Importeuren auf Basis der Ölpreisbindung garantieren auf diese Weise, dass Erdgas dauerhaft wettbewerbsfähig gegenüber der Hauptkonkurrenzenergie Heizöl angeboten werden kann. nach oben

4. Ist die Ölpreisbindung sinnvoll?
Die Ölpreisbindung ist marktgerecht, weil Erdgas und Heizöl im scharfen Wettbewerb zueinander stehen. Langfristige Lieferverträge bieten den deutschen Importeuren auf Dauer Sicherheit für die Bezüge. Andererseits sind durch die Ölpreisbindung die hohen Investitionen der Förderländer in die Erdgasförderung abgesichert. Sie ist zudem keine Einbahnstraße nach oben. So sind die Gaspreise zwischen 1985 und 2002 um rund 3 Prozent gesunken.

Die Ölpreisbindung garantiert dem Importland wettbewerbsfähige Preise. Im Gegenzug verlangt der Produzent, der sich zu langfristigen Lieferungen verpflichtet, dass der Preis dem sich aus der Konkurrenzsituation ergebenden Marktwert entspricht. Diese Balance hat sich voll bewährt und war Basis für den überragenden Markterfolg des Erdgases.

Auch auf Märkten, wo es keine Ölpreisbindung gibt - in USA und Großbritannien etwa - folgen die Gaspreise den Ölpreisen, allerdings mit stärkeren Ausschlägen. Die Gaspreise auf den dortigen Spotmärkten sind aktuell kräftig angestiegen. Es gibt also einen Marktzusammenhang zwischen beiden Energien, ob sie das in Verträgen festschreiben oder nicht. Entscheidend für die Preisentwicklung beim Erdgas ist allerdings die Angebotspolitik der großen Produzenten Russland und Norwegen, die gleichzeitig Ölproduzenten sind. Warum sollen die das von Westeuropa zunehmend gefragte Erdgas billiger anbieten, wenn die Ölpreisbindung entfiele.

Immerhin führt die Ölpreisbindung dazu, dass es beim Preis keine Einbahnstraße nach oben gibt. In der zweiten Hälfte der achtziger Jahre ist unser Verkaufspreis für Erdgas deutlich gesunken. Ohne Ölbindung wären solche Entwicklungen angesichts der wenigen Anbieter für Westeuropa und Deutschland kaum vorstellbar. Die Ölbindung wirkt also als Schutzschild gegen überzogene Preisforderungen der Produzenten. nach oben

5. Worin liegt bei der Ölpreisbindung der Verbraucherschutz?
Die Ölpreisbindung verhindert, dass die wenigen Ergasproduzenten bei sinkenden Ölpreisen ihre Marktmacht ausspielen und die Gaspreise hoch halten können. Also: sinken die Ölpreise, sinken mit Verzögerung auch die Gaspreise. Angesichts des steigenden Erdgasbedarfs bieten langfristige Verträge dem deutschen Verbraucher auf Dauer die höchste Versorgungssicherheit bei kalkulierbaren Preisen. Vor diesem Hintergrund ist es übrigens wenig erstaunlich, dass das System der Ölpreisbindung von Produzentenseite zumeist in Zeiten niedriger Ölpreise kritisiert wird, während die Kritik der Verbraucherseite meist in Zeiten hoher Ölpreise laut wird. Das aber macht deutlich: Die Ölpreisbindung ist kein einseitiges Vorzugsmodell der Produzentenseite.nach oben

6. Sind Spotmärkte eine Alternative?
Ein Vergleich der deutschen Erdgasimportpreise mit den britischen Spotmarktpreisen zeigt: Die deutschen Importpreise für Erdgas zeichnen in der Tendenz die gleiche Marktentwicklung nach wie die britischen Spotmarktpreise - durch die Ölpreisbindung schwanken sie aber deutlich geringer.

Dies zahlt sich für den Verbraucher gerade im Winter aus. Denn dann sind die britischen Spotmarktpreise immer besonders hoch. Auch im Gegensatz zum Heizöl ist der Gasmarkt wesentlich berechenbarer: Weil die Erdgaspreise dem aktuellen Preis des Öls mit einer zeitlichen Verzögerung von etwas einem halben Jahr folgen, werden die absoluten Spitzen in der Fieberkurve des Ölpreises gekappt. Insgesamt profitiert der Verbraucher vom Preise dämpfenden Effekt der Ölpreisbindung. nach oben

7. Wie abhängig ist Deutschland von Erdgasimporten?
Erdgas ist ein Naturprodukt, das nur in wenigen Ländern vorkommt. Deutschland ist ein an Rohstoffen armes Land und deshalb zu über 80 Prozent auf Importe angewiesen. Für eine sichere Versorgung mit Erdgas ist eine ausgewogene und vor allem langfristig gesicherte Struktur der Erdgasbezugsquellen von hoher Bedeutung.

16 Prozent des deutschen Erdgasaufkommens kommen aus eigenen Förderquellen, während Russland im Jahr 2003 rund 35 Prozent, die Niederlande 19 Prozent, Norwegen 24 Prozent sowie Großbritannien, Dänemark und andere 6 % lieferten. Aufgrund reduzierter Transportkosten sowie kostengünstigerer Erdgasverflüssigungsanlagen kann in Zukunft auch das verflüssigte Erdgas (LNG) das Erdgasangebot in Deutschland ergänzen.
Über 75 % des deutschen Erdgasaufkommens stammen von nur drei Produzenten. Es wäre naiv, zu glauben, dass bei der Abschaffung der Ölpreisbindung diese Produzenten in einem importabhängigen Land wie Deutschland für Gas selbstverständlich weniger berechnen als für Öl. Die Ölpreisbindung dient als Schutz für überzogene Preisforderungen der wenigen Produzenten. nach oben

8. Warum ist Erdgas als Kraftstoff so günstig?
Der Erdgas-Preis an unserer neuen Tankstelle ist übrigens genauso von den Ölpreisen abhängig wie die Preise zum Heizen und Kochen mit Erdgas. Auch hier wird es Schwankungen geben, allerdings auch nur in größeren Zeitabständen. Der niedrige Preis an der Tankstelle hängt ausschließlich mit der Mineralölsteuerbegünstigung zusammen. Hier hat der Staat ein deutliches Zeichen gesetzt, dass Erdgas eine umweltschonende und zukunftsweisende Energie auch für die Mobilität ist. Unserer neue Tankstelle wird monatlich über 200mal genutzt. nach oben

9. Fazit
Eindeutig ist, dass die weltweite Nachfrage nach den begrenzten Ressourcen zu Preissteigerungen führt. Gewinnen können dabei nur diejenigen, die Energie so effizient wie möglich einsetzen. Dafür gibt es einfache und aufwendige Möglichkeiten. nach oben

Im Interesse unserer Kunden bieten wir dafür eine umfassende Energieberatung – kostenlos. Für unsere Kunden sind wir gerne da.


Online-Tipp

Umfangreiche Informationen zum Thema Strom unter
www.strom.de

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